Lehrer-/innen Interview in der Coronazeit #2

Wie geht es Ihnen?
Gut!

Wie ist Ihr Tagesablauf zurzeit? Wie war es am Anfang, hat sich etwas verändert?
Ich stehe später auf, dann mache ich mich fertig und fahre zur Schule. Ich bin trotz Corona an der Schule. Meine Frau kümmert sich um die Kinder, wenn sie Spätschicht hat (Tochter 17 Jahre, Sohn 15 Jahre, Tochter 13 Jahre, Sohn 6 Jahre). Je nach der Schicht meiner Frau, wechseln wir uns ab. Wenn meine Frau Frühschicht hat, kümmert sich die große Schwester um die kleineren Geschwister.

Wie fühlen Sie sich dabei?
Ich bin froh, dass ich arbeiten gehen kann und rauskomme.

Gibt es auch positive Dinge die Sie erleben?
Positiv? Nee! Das einzig Positive ist, dass ich an der Infrastruktur der Schule arbeiten kann. Das wäre bei einem normalen Schulbetrieb nicht möglich.

Hat sich etwas in der Beziehung zwischen Ihnen und Ihren Kindern verändert?
Ja, es gibt viel mehr Reibereien. Wir haben zusammen ein höheres Stresspotential erreicht.
Wenn der Stress sehr hoch ist, gehen wir in den Wald. Zurzeit bauen wir gemeinsam eine Hütte. Draußen in der Natur ist es so entspannt. Die Kinder benehmen sich ganz anders. Wir spielen auch Verstecken und andere Spiele.
Das ist im Übrigen auch mein Tipp für andere Eltern, wenn nichts mehr geht.
„Geht raus, an die Luft, bleibt nicht in der Wohnung. Das bringt nichts“.

Wie motivieren Sie Ihre Kinder Ihre Aufgaben zu erledigen?
Die 17-Jährige motiviert sich selbst. Der 15-Jährige organisiert sich mit Klassenkameraden. Auch bei der 13-Jährigen läuft es ganz gut. Nur der Kleine muss mit Spielzeiten gelockt werden, die kann er sich erarbeiten, indem er etwas für die Schule tut.

Was fehlt Ihnen in dieser Zeit am Meisten?
Der soziale Kontakt zu Freunden, der Familie und Bekannten.

Wie gehen Sie persönlich mit der aktuellen Lage um?
Mit dem Leben in der Lage. Du kannst nicht weit vorausplanen. Durch meine berufliche Biographie sind wir in der Lage, ganz schnell auf Situationen reagieren zu können. Wir können uns ganz schnell organisieren. Das trifft auf meine gesamte Familie zu. Wir sind sehr flexibel.

Ist die Corona Pandemie bei Ihnen zu Hause Gesprächsthema?
Mittlerweile nicht mehr. Anfangs war das ein stark beherrschendes Thema. Es war ganz schwierig, bei den Kindern eine Akzeptanz für die Kontaktverbote zu schaffen. Das hat dann aber ganz gut geklappt. Im Moment ist es wieder schwieriger, weil die Kinder nicht verstehen, dass nach und nach alles wieder geöffnet wird und bei ihnen doch alles beim Alten bleibt.

Wenn Sie 3 Wünsche frei hätten, welche wären das?
Dass ich gesund bleibe.

Viel Zeit mit der Familie zu verbringen, aber nicht jeden Tag!
Zufriedenheit.