Schüler-/in Jg. 6 – Interview in der Coronazeit #1

Wie geht es dir?
Eigentlich ganz gut – nur es wäre vielleicht doch etwas besser, wenn die Schule wieder anfängt. Bei manchen Aufgaben, die man in der Schule noch nicht hatte, kommt man etwas durcheinander. Es ist dann schwer sie zu bearbeiten.

Wie ist dein Tagesablauf zurzeit? – Wie war er am Anfang, hat sich etwas verändert?
Ich stehe zwischen 9.00 Uhr und 10.00 Uhr auf, eigentlich würde ich dann frühstücken, aber da wir gerade Fastenzeit haben, fällt das aus, da komme ich aber gut mit klar. Täglich gucke ich auf die Website, um zu sehen, ob es neue Aufgaben gibt. Am Anfang habe ich das nicht gemacht, das war schlecht. Dann bin ich am Handy, gucke Netflix und so. Danach fange ich mit den Hausaufgaben an.
Ja, der Tagesablauf hat sich sehr verändert. Eigentlich wäre ich mit Freunden zusammen, jetzt sitze ich zu Hause. Ab und zu gehe ich raus und treffe mich mit einer Freundin, die in der Nachbarschaft wohnt.

Hat sich etwas in der Beziehung zwischen dir, deinen Eltern und Geschwistern verändert?
Tatsächlich ja! Man verbringt viel, viel mehr Zeit mit der Familie als sonst. Man redet öfters miteinander. Sonst gehen alle zu unterschiedlichen Zeiten aus dem Haus. Jetzt sitzen wir alle an einem Tisch zusammen, reden und lachen (Mutter, Vater, Schwester16 Jahre alt, Bruder 18 Jahre alt, Schwester 22 Jahre alt, und Schwester 25 Jahre alt).

Was machst du, wenn du wütend oder verärgert bist?
Hm, das weiß im Moment grad nicht. Klar, manchmal ist es auch schwierig mit allen zusammen zu sein und man kann nicht weg.

Was machst du, wenn Langeweile aufkommt?
Ich gehe raus. Anfangs war ich selten draußen und wenn dann erst so nach 17.00 Uhr. Jetzt gehe ich mehr und auch schon mal früher raus. Das hängt aber auch mit dem Wetter zusammen, im Moment ist es ja nicht so heiß. Manchmal spielen wir auch Brettspiele, Monopoly, Mensch ärger dich nicht und so, oder ich gehe mit meiner Schwester spazieren.

Wie motivierst du dich, deine Aufgaben zu erledigen?
Ja – die Motivation ist nicht so groß, aber meine Geschwister kontrollieren und das ist dann auch Motivation für mich.

Findest du es schwierig, wenn deine Eltern dich bei den Aufgaben unterstützen, oder erledigst du sie ohne Unterstützung?
Mit Unterstützung! Ein paar Aufgaben kann ich allein, sonst helfen mir die Geschwister. Das klappt richtig gut, sie sind nicht ungeduldig. Wenn mir meine Geschwister nicht helfen können, gibt es noch die Klassengruppe oder ich kann Freunde fragen.

Was fehlt dir in dieser Zeit am meisten?
Raus gehen –  in die Stadt, mit Freunden.  Wenn ich ehrlich bin, so ein bisschen die Schule. Vielleicht auch meine Cousinen treffen.

Ist die Corona Pandemie bei dir zu Hause Gesprächsthema?
Ja, wir reden ganz viel darüber, alle sitzen dann im Wohnzimmer. Meine Mutter guckt immer die Nachrichten. Politik ist auch ein Thema bei uns. Ich finde, dass eine Lösung gefunden werden muss. Dass wieder einige Schüler, die wollen zur Schule gehen können. Für Schüler bei denen es in der Schule sowieso nicht so gut läuft, die zu Hause keine Unterstützung haben, die sollten die Möglichkeit haben, die Schule zu besuchen.

Wenn du drei Wünsche frei hättest, welche wären das?
Dass alle gesund bleiben.
Dass sich die Lage verbessert.
Dass alles wieder normal läuft.